„Vorschulspatzen“ drucken für ihr Buch

Am Donnerstag, den 09.März, besuchten 5 Vorschulkinder der KiTa „Spatzennest“ der evangelischen Gemeinde Herrnsheim die Drucklernwerkstatt. Begleitet wurden sie von der KiTa-Leiterin Frau Dudda. Fotos davon gibt es weiter unten.
In folgendem Bericht von Ulrike Schäfer in der Wormser Zeitung werden die Aktivitäten der Kinder beschrieben:

„Der Kleine Gutenberg“: Bertram Schmitt vermittelt nicht nur Kindern das Drucken in seiner Werkstatt in Worms

KiTa Vorschulkinder drucken

Von Ulrike Schäfer

WORMS – Alexander, Konrad, Merle, Lia und Andera kommen mit großen Erwartungen in die Drucklernwerkstatt „Der kleine Gutenberg“ von Bertram Schmitt. Zum Abschluss ihrer Zeit im Evangelischen Kindergarten Spatzennest wollen sie nämlich ein Buch drucken, und zwar jeder sein eigenes. Natürlich können sie nicht all ihre Geschichten im traditionellen Hochdruckverfahren herstellen, das würde viel zu lang dauern, aber sie können ihren Namen in dekorativen Lettern drucken und hübsche Bilder einfügen.

Kindergeburtstage in der Werkstatt

Bertram Schmitt hat die kleine Druckerei in seiner Zeit als Lehrer und später auch Leiter der Nibelungenschule in Lampertheim-Hofheim quasi geerbt. „Mit dem Einzug der neuen Technologien haben viele Unternehmen ihre hauseigenen Druckereien aufgegeben“, erzählt er. Eine Bank in Berlin bot ihm ihre für den Unterricht an und er griff zu. „Der Transport war eine größere Sache“, erinnert sich Schmitt. Doch er lohnte sich. Mit seinen Schülern führte der engagierte Pädagoge zahlreiche Projekte durch. Die Ergebnisse kann man jetzt noch in seiner Wormser Drucklernwerkstatt bewundern. Als Schmitt nämlich 2015 in den Ruhestand ging und keiner seiner Nachfolger Bedarf anmeldete, mietete er die Räume im Parterre der Zornstraße 17 und deponierte dort in zwei schönen hellen Räumen Pressen, Farbroller und unzählige Kästen mit Lettern in allen Größen. Seither bietet er Handsatz, Text- und Kunstdruck für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an.

Es gibt mittwochmittags einen offenen Druckworkshop, zusätzlich melden sich aber auch Gruppen an. Er hat schon halbtägige Workshops mit Klassen der Staudingerschule, der IGS Nelly Sachs und des Rudi-Stephan-Gymnasiums durchgeführt, brachte Konfirmandengruppen den Hochdruck und seine Bedeutung für die Ausbreitung der Reformation näher und ließ Hort- und Kindergartenkinder mit dem urigen Material experimentieren. Beliebt sind auch Kindergeburtstage beim „Kleinen Gutenberg“, zumal es einen hübschen Extra-Raum zum Feiern gibt.

Als Erstes dürfen Alexander, Konrad, Merle, Lia und Andera mit großen Lettern selbst ihren Namen setzen. Bertram Schmitt und Kita-Leiterin Cornelia Dudda helfen ihnen dabei. Danach ist Arbeitsteilung angesagt. Drei Kinder fertigen Frottagen an. Auf vorbereitete, erhabene, das heißt aufgeklebte Motive, legen Konrad, Andera und Alexander weißes Papier und rollen mit dem Farbroller kräftig hin und her, sodass rasch ein toller Abdruck entsteht. Im Nachbarraum haben sich Lia und Merle aus dem großen Sortiment der Linolschnitte, die Schmitt in all den Jahren gesammelt hat, ein schönes Motiv ausgewählt, bestreichen es mit Farbe und passen einen weißen Papierbogen in das Setzschiff ein. Das Bewegen der Presse erfordert ganz schön viel Kraft, doch die Kinder betreiben es mit wachsender Begeisterung, immer wieder neu vom Ergebnis fasziniert.

Cornelia Dudda hatte den Flyer mit Informationen über die Lernwerkstatt „Der kleine Gutenberg“ in einem Café entdeckt und war von dem Angebot begeistert. Bertram Schmitt hat sogar versprochen, in einem weiteren Workshop die Blätter mit Kunstdrucken, Fotos und Texten zu richtigen Büchern zu binden. Seine Preise sind immerhin erschwinglich.

Für Schmitt stellt sich allerdings die Frage, wie lange er das Projekt noch betreiben kann. Er habe in der Vergangenheit die gesamte Arbeit und alle Kosten selbst übernommen und doppelt so hohe Ausgaben wie Einnahmen gehabt. Doch nur ungern würde er die Druckwerkstatt auflösen, denn er findet, dass gerade der praktische handwerkliche Umgang und das gestalterische Tun in der Druckwerkstatt ein wichtiges Gegengewicht zur virtuellen Welt der digitalen Medien sind. Er trägt sich deshalb mit dem Gedanken, sich nach Partnern, wie städtischen Museen, Schulen, Kitas, kirchlichen und sozialen Einrichtungen umzusehen in der Hoffnung, dass einige von ihnen zur dauerhaften Kooperation bereit sind.

Artikel: Wormser Zeitung online vom 13.03.2018

Bilder und Sprüche – Jahrgang 6 der Nelly Sachs IGS

Je zwei Unterrichtsstunden pro Klasse an der Nelly Sachs IGs waren dem Besuch der SchülerInnen in der Lernwerkstatt voraus gegangen. Bertram Schmitt hatte dazu einen Film über das Leben und die Erfindung von Johannes Gutenberg mitgebracht. Anhand von Werkzeugen und Materialien aus der Lernwerkstatt  machte er den SechstkjlässlerInnen die Details von Gutenbergs Erfindung  begreifbar.

Vier DIN A 4 Blätter mit diversen Sprüchen hatten die 6. Klassen der IGS in Horchheim zur Vorbereitung zusammengestellt. Die Sprüche sollten gesetzt und im Setzschiff mit passenden Linoldruckstöcken aus der Lernwerkstatt kombiniert werden.
Da die Klassen mit je 28 Kindern nicht gerade klein waren – gemessen an der Kapazität der Lernwerkstatt – wurden sie in zwei Gruppen unterteilt:
Eine Gruppe machte sich gleich morgens auf den Weg durch Worms um die Fragen der Stadtrallye zu lösen.
Die zweite Gruppe konnte an sieben Arbeitsstationen – die ausgewählten Sprüche waren dort schon aufgehängt – ihre Texte mit beweglichen Lettern im Winkelhaken setzen und ins Setzschiff montieren. Ein passendes Linolmotiv hatte der Workshopleiter schon herausgesucht.
So konnten die Seiten der Reihe nach farbig auf der Handpresse gedruckt werden. Nach Reinigung des Satzes mussten die Lettern geschwind wieder in den Setzkästen abgelegt werden. Denn schnell waren zweieinhalb Stunden herum und die Rallyegruppe wollte auch Setz- und Druckverfahren ausprobieren. Dafür machte sich die andere Gruppe auf den Weg zur Erkundung der Wormser
Geschichte.

Klasse 6a 08.05.2017

 

Klasse 6b 09.05.2017

 

Klasse 6d 11.05.2017

 

Klasse 6c 12.05.2017

 

 

Jahrgang 4 der Staudingerschule zu Gast

Von März bis Juni diesen Jahres waren fünf vierte Klassen der Staudinger Grundschule im kleinen Gutenberg zu Gast.
Alle Klassen waren zu groß um alle SchülerInnen gleichzeitig die Erfahrung von Satz und Druck mit beweglichen Metalllettern zu ermöglichen.
Deswegen unternahm jeweils die Hälfte der Klasse für etwas zweieinhalb Stunden eine Stadtrallye durch Worms zu den wichtigsten historischen Plätzen unserer Stadt. Nach Rückkehr der Rallyegruppe wurde gewechselt.

Die anderen Mädchen und Jungs setzten arbeitsteilig einen Text über die Erfindung des Johannes Gutenberg.
An fünf Stationen in der Lernwerkstatt setzten jeweils zwei GrundschülerInnen ein vorgegebens Textstück.
Zu jeder Station gehörte ein Setzkasten mit unterschiedlichen Steckschriften, Blindmaterial, Winkelhaken und ein Setzschiff. Wenn das Schriftsatz fertig war, wurden die Textteile auf zwei Setzschiffen zusammengefügt.
Anschließend konnten alle das Drucken mit der Korrekturpresse üben. Dazu gehört das Einfärben der Handwalze, der Farbauftrag auf den Schriftsatz, das korrekte Auflegen eines DIN A 4 Blattes und dessen Ablage in ein Trockenfach.
Nach Beenden des Drucks wurden die jeweiligen Teile des Satzes gereinigt und auf die ursprünglichen Setzschiffe zurückgeschoben. Die SetzerInnen mussten dann ihre Lettern wieder im Setzkasten ablegen.
Sowohl das Setzen und Drucken wie auch die Stadtrallye machten den GrundschülerInnen viel Spaß und fanden große Zustimmung bei den Lehrerinnen.

Klasse 4e – März

 

Klasse 4a – April

 

Klasse 4b – April

Im Abschlussbuch der Klasse 4b gibt es einen Bericht von drei SchülerInnen über den Besuch in der Drucklernwerkstatt. Klassenlehrerin C. Schäfer hat ihn uns zur Verfügung gestellt:

Ein wundervolles Erlebnis
(oder wie Yiyi sagen würde:“ Achtung, Fußschmerzen!“

Am 05.04.2017 waren meine Klasse und ich in Worms in einer Druckwerkstatt. Dort hat Herr Schmitt uns begrüßt.
Die Klasse wurde in zwei Gruppen geteilt. Ich war in der Gruppe mit Celine, Lars, Yixin, Angelina, Hiranur und  Angelina. Die andere Gruppe ging mit Frau Schäfer Worms besichtigen.
In der Zeit haben wir einen Film über Johannes Gutenberg gesehen und gedruckt, wie die Menschen früher.
Das alles zeigte uns Herr Schmitt:
Wir mussten Metallbuchstaben spiegelverkehrt zu einem Text setzen, dann haben wir die Buchstaben mit schwarzer Farbe eingewalzt. Danach haben wir ein Blatt auf die Buchstaben gelegt und gedruckt. Anschließend war der ganze Text auf dem Blatt. (Das war in damaliger Zeit revolutionär. Vorher schrieben die Menschen Seite um Seite von Hand ab.)
Anschließend haben wir die Gruppe gewechselt. Jetzt konnte unser Team Worms entdecken. Dazu bekamen je zwei Kinder ein Klemmbrett mit 12 Fragen. Die Antworten mussten wir in Worms finden. (Jetzt wissen die Kinder, wo sich der Siegfriedbrunnen befindet und an welcher Stelle am Dom der Königinnenstreit zwischen Kriemhild und Brunhild stattgefunden haben soll. AdT)
Am Ende hat jede Gruppe ein Bällchen Eis bekommen. Alle sind glücklich in die Klasse zurückgekommen.
Sofie fand, dass dieser Ausflug bis jetzt der beste gewesen ist.
Olaf; Sofie; Yiyi

 

Klasse 4c – Mai

 

Klasse 4d – Juni