Grundschulkinder schreiben über ihre Corona-Zeit

Wie Wormser Kinder Corona sehen

Zwei Wochen hatten die Viertklässler Zeit, für einen Wettbewerb über ihre persönlichen Erfahrungen der letzten Monate zu schreiben. Jetzt wurden die Preise verliehen.
Von Katarina Schröder

Rucksäcke, Lesegutscheine und Trinkflaschen gab es für die zwölf ausgewählten Schüler. Foto: BilderKartell/Boris Korpak
Rucksäcke, Lesegutscheine und Trinkflaschen gab es für die zwölf ausgewählten Schüler.
(Foto: BilderKartell/Boris Korpak)

WORMS – „Es ist wichtig, die Kinder zu Wort kommen zu lassen“, sagt Claudia Koch, Leiterin der Fach- und Koordinierungsstelle „Demokratie leben!“, zur Preisverleihung des Schreibwettbewerbs „Kinder schreiben über ihre Corona-Zeit“.

Zwei Wochen hatten die Viertklässler aller Wormser Grundschulen Zeit, einen Aufsatz über ihre persönlichen Erfahrungen der letzten Monate zu schreiben. Von 760 Viertklässlern nahmen 90 an dem Wettbewerb teil. Die besten zwölf Teilnehmer wurden nun vor dem Wormser Rathaus geehrt.

Zu den zwölf Gewinnern gehört Jamie Wiechert aus Rheindürkheim. Der Viertklässler belegte mit seinem Aufsatz den dritten Platz. Inhalt seiner Arbeit war, wie die Kinder im Unterricht erfuhren, dass es vorerst keinen Unterricht im Klassenzimmer mehr geben werde. Er erzählte außerdem davon, wie er den Wochenplan meisterte und wie zahlreiche Veranstaltungen, zum Beispiel das Fußballtraining, ausfielen. Die anderen Teilnehmer fühlten es ihm nach und ergänzten ihre Erlebnisse zu den Folgen der Kontaktbeschränkung.

„Es ist wichtig, dass die Kinder über ihre Erfahrungen berichten, wie sie diese Zeit erlebt haben“, erklärte Koch die Entstehung der Projektidee. „Irgendwann ist das ein Zeitdokument“, ordnete sie die Texte der Schüler ein.

Koch initiierte das Projekt gemeinsam mit Bertram Schmitt von der Drucklernwerkstatt „Der kleine Gutenberg“. „Wir haben extra Grundschulen genommen, kein Gymnasium, weil da Kinder aus allen Gesellschaftsschichten drin sind“, führte Schmitt weiter aus. „Nicht alle Kinder haben von zu Hause aus die Möglichkeit, Schriftsprache zu erlernen. Wir haben versucht, das bei der Auswertung zu beachten“, so der ehemalige Lehrer. In diesem Sinne sollte der Wettbewerb die Kinder nicht nur dazu anregen, aktiv die Corona-Zeit zu verarbeiten, sondern auch die Freude am Schreiben wecken.

PREISTRÄGER DES SCHREIBWETTBEWERBS
Mara Marincevic, Kerschensteiner Schule; Joel Diefenthäler, Kerschensteiner Schule; Jamie Wiechert, Grundschule Rheindürkheim; Matthias Kern, Grundschule Rheindürkheim; Rawan Obeid, Neusatzschule; Mariam Grober, Diesterweg Grundschule; Ronja Schönsteiner, Kerschensteiner Schule; Rafael Brommer, Geschwister-Scholl-Schule; Ida Stellingwerf, Paternus Grundschule; Zeynab Rahal, Karmeliter Grundschule; Dave Busch, Staudinger Grundschule; Ecem Üstün, Pestalozzis
chule.

Als Jury reihten sich neben Koch und Schmitt Patricia Schäfer, Leiterin des Alisa-Zentrums, und Waldemar Herder, Schuldezernent, ein. Letzterer überreichte die Preise an die zwölf ausgewählten Schüler. Verliehen wurden Rucksäcke, Lesegutscheine im Wert von 20 Euro und Trinkflaschen. Für die Plätze zwei bis fünf gab es einen Gutschein für einen Workshop in der Drucklernwerkstatt „Der kleine Gutenberg“. Der erste Platz, den Mara Marincevic von der Kerschensteiner Schule belegte, wurde mit einer Teilnahme am Alisa-Herbstferienprogramm „Englisch fun & action“ geehrt.

Insgesamt bewertete die Jury die Arbeiten als sehr gelungen. Lobende Worte äußerte Patricia Schäfer: „Das ist eine tolle Qualität, die da geliefert wurde.“ Sie bezeichnete die Arbeiten gar als „Wortkunstwerke“. Auch Herder zeigte sich sichtlich erfreut über das Ergebnis und bot zum Abschluss der Veranstaltung allen Teilnehmern, deren Lust am Lesen und Schreiben nun geweckt ist, eine private Führung in der Stadtbibliothek an.
Bericht: Wormser Zeitung, Samstag, 27.06.2020


Eigener Bericht von der Vorbereitung des Schreibwettbewerbs

Alle vierzehn Wormser Grundschulen habe ich am Freitag, den 29.05.20 aufgesucht, um die Materialien für den Schreibwettbewerb „Kinder schreiben über ihre Corona-Zeit“ abzugeben. Da war kein Pausengewimmel, wie man es sonst auf den Schulhöfen kennt. Stattdessen gab es kleinere Gruppen spielender Kinder mit Masken, die gehörigen Abstand voneinander hielten. Auch Lehrkräfte und Schulleiter trugen Nasen – und Mundschutz. Eine Schulleiterin meinte, als sie das Material bekam, eigentlich müsse es auch ein Schreibprojekt für Lehrkräfte geben.

Genau am 12. März 2020 waren die ersten vier Wormser Schulen im BIZ geschlossen worden, weil ein Schüler positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde. Die Schließung der anderen Schulen erfolgte ab 16.03.20. Auch alle Grundschüler und – schülerinnen durften nicht mehr die Schule besuchen. Sie bekamen nur noch Aufgaben, die sie Zuhause bearbeiten sollten. Kontakt zu Lehrerin oder Lehrer war nur über Telefon oder PC möglich. Die Kinder mussten selbst mit den Aufgaben klar kommen, wenn sie keine Hilfe von Eltern, Geschwistern oder jemand anderem bekamen.

Schulfreunde und Schulfreundinnen konnten sie lange Zeit nicht treffen, nicht einmal draußen. Sogar Spielplätze blieben geschlossen. Es gab keine Aktivitäten im Sportverein, kein Fußball, kein Schwimmbad und kein Kino. Erst seit 04. Mai besuchen die Schüler- und Schülerinnen der vierten Klassen wieder in die Schule im Schichtbetrieb und unter strengen Hygieneauflagen.

Ende April hatte Claudia Koch, die für die Stadt Worms die Projekte von „Demokratie Leben“ (DL) des Programms des Bundesfamilienministeriums koordiniert, mich angerufen. Sie machte den Vorschlag eines Schreibwettbewerbs, der SchülerInnen die Gelegenheit geben könnte, über ihre Erlebnisse während der Schulschließungen der Corona-Zeit zu berichten.
Als Lehrer und Schulleiter in Ruhestand, dessen Drucklernwerkstatt „Der kleine Gutenberg“ auch wegen Corona stillsteht, fand ich es eine prima Idee. Ganz nach dem Motto von Celestine Freinet „Den Kindern das Wort geben“ könnten diese so Corona-Erlebnisse aus ihrer Sicht schildern und der Öffentlichkeit zugänglich machen.
DL-Projekte brauchen immer auch einen Träger, der sie beantragt. Patricia Schäfer, Leiterin des Alisa Zentrums Worms, war gleich mit im Boot. So wurden die Koordinaten des Schreibwettbewerbs gemeinsam festgelegt und Schmitt machte sich an die Umsetzung.
Ein Flyer, der den Kindern den Schreibwettbewerb erklärt, wurde erstellt. Darin heißt es:

Schreibe uns deine Geschichte, wie du mit der Corona-Zeit klar gekommen bist. Hier ein paar Fragen, die dir vielleicht beim Schreiben helfen…

  • Hast du dich gefreut, dass du nicht in die Schule musst?
  • Hast du verstanden, warum die Schulen geschlossen waren?
  • Was war schwierig? Was hast du kaum ausgehalten?
  • Hattest du besondere Angst vor etwas?
  • Wer oder was hat dir besonders gefehlt?
  • Wer oder was hat dir geholfen?
  • Hast du vielleicht Neues entdeckt?
  • Wie hat sich deine Stimmung mit der Zeit verändert?
  • Was wünschst du dir im Moment?

Schreibe uns alles auf, was dir einfällt, über die Zeit ohne Schule mit den vielen Einschränkungen deines Alltags.

Ihren Text sollen die Grundschulkinder auf ein vorgedrucktes Blatt schreiben. Ein Brief an die Lehrkräfte wurde ebenfalls formuliert.  Schließlich sind die Bedingungen für geregelten Schulunterricht derzeit alles andere als einfach und dann kommen auch noch solche „Extra-Aufgaben“ dazu.

Zwei Wochen Zeit haben die Viertklässler und Viertklässlerinnen jetzt um ihre Geschichte über die Corona-Zeit in Wort und vielleicht auch Bild zu Papier zu bringen.

Eine Jury wird danach die besten Arbeiten auswählen. Zwölf Preisträger soll es geben. Der erste Preis ist die Teilnahme am ALISA-Herbstferienprogramm: „Englisch fun & action“. Die Preise zwei bis fünf sind Gutscheine für einen gemeinsamen Workshop in der Drucklern- werkstatt  „Der kleine Gutenberg“. Außerdem gibt es Lesegutscheine im Wert von jeweils 20,- Euro und den tollen ALISA-Rucksack zu gewinnen.

Natürlich ist auch eine Ausstellung geplant. Diese könnte zunächst in der Schule des Kindes, das den ersten Preis gewinnt, stattfinden. Sie soll für die anderen Grundschulen vervielfältigt werden. Auch eine Ausstellung im Rathaus ist vorgesehen.

Um die Aktionen zum Schreibwettbewerb abzuschließen ist bis zum 4. Juli Zeit. Danach kommen die Sommerferien und dann hoffentlich wieder ein „normales“ Schuljahr.

Druckprojekt III mit PestalozzischülerInnen

Am 18. Dezember 2019 gab es im Offenen Kanal Worms ein neues Adventskalendertürchen zu öffnen und was und wer war dahinter:
Wir sechs Kinder in der Drucklernwerkstatt „Der kleine Gutenberg“!

Natürlich müsst ihr euch das Video unbedingt ansehen, indem ihr auf das Foto klickt.

Szenefoto Adventskalender Video

„Grundschulkinder entdecken das Alte Worms“

Seit August 2019 läuft das dritte Projekt mit PestalozzischülerInnen in der Drucklernwerkstatt „der kleine Gutenberg“. Jeden Mittwochmittag sind wir Mädchen und Jungen der dritten und vierten Klasse der Pesta in der Lernwerkstatt. Das aktuelle Thema heißt „Wir entdecken das Alte Worms“.
Zu Anfang haben wir uns mit Johannes Gutenberg und seiner Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern beschäftigt. Dazu gehörte natürlich auch das Setzen und Drucken eines Berichts über Johannes Gutenberg.
Nach einer Stadtrallye zum Kennenlernen der Wormser Geschichte (Broschüre der Touristen Information Worms) haben wir uns mit dem Nibelungenlied und seinen Hauptpersonen – Siegfried, Kriemhild, Brunhild und Hagen – befasst. Jedem wurde ein Linolschnitt und ein selbst gedruckter Text gewidmet.
Da Worms vor fast 2000 Jahren zum Römischen Reich gehörte, haben wir uns einen Film über „Die Römer“ angesehen. Linolschnitte haben wir von Römerinnen und Römern in typisch römischer Kleidung und von Legionären angefertigt. Dazu gibt es einen Text über den Film.
Natürlich haben wir auch Linolschnitte nach eigenen Motiven ausgehoben. Dazu kommen selbst gedruckte Texte, mit denen wir uns vorstellen.
Das alles wird in unserem neuen Buch drin sein. Dazu kommen jede Menge tolle Fotos aus der Drucklernwerkstatt, auf denen zu sehen ist, wie wir setzen, drucken, Linol schneiden und Spaß haben …
Unser Buch wurde am letzten Schultag, dem 31.01.2020, um 10.00 Uhr bevor es Zeugnisse gab, in der Aula der Pestalozzischule vorgestellt

Die Wormser Zeitung schrieb darüber:
Montag, 03.02.2020

Wormser Pestalozzi-Schüler produzieren Buch

Die Römer und die Nibelungen: Die Grundschüler haben das alte Worms entdeckt und im Anschluss mit der Drucklehrwerkstatt „Der kleine Gutenberg“ ein Buch produziert.
Von Ulrike Schäfer


Foto: Wormser Zeitung 03.02.2020

Ein bisschen aufgeregt waren (v.l.) Dilan, Rüveyda, Dilara, Melda, Leonit und Ali, als sie ihre Elfchen vortrugen. Produziert hatten sie das Buch mit Bertram Schmitt (r.). In dessen Drucklehrwerkstatt waren die Schüler im vergangenen Halbjahr einmal wöchentlich zu Gast. (Foto: BK/Hartmann)

WORMS – Sie kicherten und traten von einem Fuß auf den anderen. Gleich sollten sie vor einem gespannten Publikum aus Mitschülern, Eltern und Lehrern in der Aula der Pestalozzi-Schule ihre eigene kleine Biografie und ihre „Elfchen“, Gedichte, die aus elf Wörtern bestehen, vorlesen. „Kannst du nicht für mich lesen?“, fragte Ali die WZ-Mitarbeiterin kokett. War aber gar nicht nötig. Souverän wie eine Fernsehsprecherin übernahm Melda die Ansage, und als Ali an der Reihe war, klappte es ganz wunderbar. Wie auch bei den anderen.

Ali (10), Dilan (8), Dilara (8), Leonit (9), Melda (9) und Rüveyda (9) waren im vergangenen Halbjahr einmal wöchentlich mit Lena Isselhard, Erzieherin im Anerkennungsjahr, in der bestens ausgestatteten Drucklehrwerkstatt „Der kleine Gutenberg“ von Bertram Schmitt und produzierten mit ihm ein wunderschönes Buch. Es heißt „Grundschulkinder entdecken das alte Worms“. Nicht nur die Biografien und die Elfchen sind darin zu finden, sondern auch Informationen über Johannes Gutenberg, ein unterhaltsames Gespräch mit Bertram Schmitt über die Römer in Worms und eine Zusammenfassung der Nibelungensage, alles illustriert mit schönen Linolschnitten. Angefangen hatte aber alles mit einer Stadtrallye, bei der es viel zu entdecken gab. Viele Fotos von dieser Tour, aber auch vom Drucken in der Werkstatt in der Zornstraße 17 machen das Buch rund.

Rektorin Caroline Strauß stellte es vor mit viel Humor. Sind die Dramen, die sich im Nibelungenlied abspielen, nicht die gleichen wie heute, nur, dass die Frauen, die sich um einen Mann streiten, nicht Kriemhild und Brunhild, sondern Chantal und Jennifer heißen? Einen Kommentar dazu zitierte sie aus dem Buch. Er lautet: „Jungs sind stark, Mädchen sind Quark.“ Strauß bedankte sich ganz besonders bei Bertram Schmitt, der nun schon das dritte Buchprojekt mit der Pestalozzi-Schule durchgeführt hat. Die Projektleitung hatte auch dieses Mal wieder die Alisa-Stiftung mit Unterstützung von Demokratie leben! Worms.

Christian Bittmann, Leiter der Stiftung, nannte Schmitt einen Segen für die Schule und für Alisa. Besonders habe ihm an diesem Buch gefallen, dass die kleinen Autoren sorgsam und abwägend mit ihren Worten umgegangen seien. „Das ist gerade heute sehr wichtig“, sagte er, „denn Worte haben eine große Macht.“

Der Clou dieser Feierstunde war ein Film, den Bertram Schmitt zeigte. Der Offene Kanal hatte ihn in der Adventszeit mit den Kindern der Druck-AG gedreht. Natürlich erhielten die sechs Teilnehmer dann auch ein Exemplar ihres Buchs. Die übrigen Kinder konnten sich die vergrößerten Seiten in einer Schau anschauen, und alle bekamen ein Tütchen Popcorn.

 

 

 

 

 

Druckprojekt II mit PestalozzischülerInnen

Der richtige Einstieg für die Sommerferien

„Gute Freunde“ – Pestalozzikinder stellen ihr Buch vor / Fokus auf unterschiedlichen Herkunftsländer der Kinder / Austausch über Traditionen und Gepflogenheiten

„Alle meine Entchen Schwimmen auf dem See“-„ Schwimmen auf dem See, Schwimmen auf dem See“ – „Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh“ – „Schwänzchen in die Höh, Schwänzchen in die Höh.“ So ging der „Alle meine Entchen“ –Rap, den sechs Schülerinnen und Schüler im Dialog zwischen Rappern und Background-Gruppe vortrugen. Das brachte ihnen kräftige Zugabe Rufe des Publikums ein. Dieses bestand aus Hundert Dritt- und Viertklässlerinnen und – klässlern, den zugehörigen Lehrkräften und einigen Gästen, die der Einladung gefolgt waren. Der Rap gehörte zum Programm, mit dem die sechs Kinder der Druck-AG der Schule ihr neues Buch „ Gute Freunde“ vorstellten. Dessen Seiten waren auf Plakaten an Stellwänden in der Aula der Pestalozzischule aufgehängt.

Fokus auf unterschiedliche Herkunftsländer der Kinder

Schulleiterin Caroline Strauss bedankte sich bei der Initiative „Demokratie Leben“ für die finanzielle Förderung der beiden Druckprojekte, die in zwei Teilen über das Schuljahr 2018-19 vonstattengingen. Die Alisa Stiftung fungierte jeweils als Träger. Bertram Schmitt hat beide Projekte in seiner Drucklernwerkstatt „Der kleine Gutenberg“ in der Zornstraße durchgeführt. Er stellte zunächst die Kinder vor, die an der Druck-AG im ersten Halbjahr teilgenommen hatten. Zum zweiten Buch „Gute Freunde“ merkte er an, dass dabei versucht wurde, den Fokus auf die unterschiedlichen Herkunftsländer der Kinder, ihre Sprache und Kultur zu lenken. Das Motto des Workshops hieß entsprechend „miteinander drucken, voneinander lernen“. Schmitt führte aus, an der Pestalozzischule würden Kinder aus vielen verschiedenen Ländern unterrichtet. Die Schule fördere seit langem den interkulturellen Austausch zwischen SchülerInnen unterschiedlicher Herkunftsländer. Das gegenseitige Wissen und Verständnis zu unterschiedlichen kulturellen und religiösen Gepflogenheiten brauche beständige Pflege.

Austausch über Traditionen und Gepflogenheiten

Wenn die Kinder in der relativ kleinen Lerngruppe mittwochnachmittags zusammen kamen, bot sich im Gespräch die Gelegenheit zum Austausch über solche unterschiedliche Traditionen und Gepflogenheiten. So könne das gegenseitige Interesse aneinander und das Verständnis füreinander gefördert werden. Das Formulieren von Elfchen oder Geschichten zu diesen Themen und das Setzen von Texten mit beweglichen Lettern sowie der Entwurf von passenden Motiven für Linolschnitte verlangte Reflexion der Kinder neben der intensiven handwerklichen Beschäftigung. So sei nicht nur bei SchülerInnen mit Migrationshintergrund sondern auch bei deutschen Kindern davon auszugehen, dass der aktive und passive Wortschatz durch das Erzählen, Schreiben, Drucken und Präsentieren eine Erweiterung erfährt. Das durchgeführte Projekt in der Druckwerkstatt wirke somit interkulturell und demokratischen gesehen emanzipatorisch und fördere die kulturelle und sprachliche Integration der beteiligten Kinder.

Die sechs Kinder des Workshops – Baran Devrim, Batuhan Arslaner, Erdem Bekar, Julia Callaba, Kira Kiene und Linus Drach – lasen jeweils ihre selbst verfassten Elfchen und Texte aus dem Buch vor. Da ging es um das sich Wohlfühlen in Deutschland oder der Türkei, darum, wo man welche Sprache spricht und wie sich das aufs Gefühl auswirkt oder auch wie Kinder mit dem Fasten umgehen. Ein Traum von einem Flug wird beschrieben oder wie Pizza und Döner starke Jungs hervorbringen. Klein Micky läuft der Mama weg, dass die fast zur „Micky Maus“ wird. Eine Zauberblume erfüllt die Stadt mit ihrem Zauber. Ein Elfchen erzählt von Monstern, die Schokolade lieben.

All diese Themen waren von den Buchautoren mit bunten Linolschnitten illustriert, die in der Ausstellung besichtigt werden konnten. Redewendungen aus den Sprachen Deutsch, Türkisch, Kurdisch, Spanisch und Englisch sind im Buch abgedruckt und wurden von den Kindern vorgestellt. Besonders gut kamen drei Kinderlieder an, die die Kinder vorsangen. ‚Ali Babanin çıftıgı‘ erzählte vom Bauern auf dessen Bauernhof die Tierstimmen erklingen. ‚Un Elefante‘ beschreibt, wıe Elefanten dıe Festıgkeıt eınes Spinnennetzes testen. Der „Alle meine Entchen“ – Rap brachte das mehrheitlich jugendliche Publikum in der Pestalozzi-Aula abschließend zum Toben. Das war genau der richtige Einstieg für die Sommerferien.

Bericht: Nibelungenkurier 03.07.19

https://nibelungen-kurier.de/der-richtige-einstieg-fuer-die-sommerferien/

Druck- und Sprachprojekt mit Schülerinnen des Kindertreff 93

Auf den Spuren von Johannes Gutenberg wandelten Kinder aus der Tagesstätte Treff 93 in Neuhausen.
Neben handwerklichen Fähigkeiten wurde auch die Sprachkompetenz gefördert.

Von Michaela Weber

Druckprojekt für Schul-Hortkinder in Neuhausen

Druck- und Sprachprojekt KT 93


In der Lernwerkstatt für Handsatz, Text- und Kunstdruck war der Nachwuchs aus dem Kindertreff 93 zu Gast. Bertram Schmitt (li.) führte in die Kunst des Druckens ein. Die Beauftragte für Migration und Integration, Sabine Müller (2.v.r.), war beeindruckt von dem Projekt. Foto: BilderKartell / Ben Pakalski


NEUHAUSEN – Einmal selber mit beweglichen Metalllettern und Winkelhaken drucken, wie bereits von Johannes Gutenberg entwickelt und über Jahrhunderte im Buchdruck verwendet, dazu hatten Schul-Hortkinder der städtischen Kindertagesstätte Treff 93 im Stadtteil Neuhausen nun die Möglichkeit. Im Rahmen des Projekts „Der kleine Gutenberg“, das als Sprachlernprojekt durch Mittel der Migrations- und Integrationsbeauftragten gefördert wurde, waren zehn Mädchen seit November regelmäßig in der gleichnamigen Lernwerkstatt für Handsatz, Text- und Kunstdruck in der Zornstraße zu Gast.
Bevor es aber für die jungen Setzerinnen und Druckerinnen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren an Farben und Walze ging, hieß es zunächst eine Vorlage mit einem selbst gewählten Motiv zu zeichnen und diese dann in eine Linolplatte zu schnitzen. Über die Vielzahl und Originalität der entstandenen Bilder, die von Herzen, Einhörnern und Katzen über Luftballons und Vögeln bis hin zu Vampiren reichten, staunte nicht nur Sabine Müller, die bei der Präsentation der Ergebnisse zugegen war. „Das ist ein schönes Zusatzangebot für Kinder, die von Zuhause aus nicht soviel Förderung erfahren,“ freute sich die Beauftragte für Migration und Integration, der es besonders die sogenannten „Elfchen“ angetan hatten, kleine Gedichte bestehend aus elf Wörtern, die in festgelegter Folge auf fünf Zeilen verteilt werden. Diese konnten die Kinder ebenso verfassen wie eine kleine Geschichte und diese mit einem eigenen Bild zusammen drucken.
Durch diese Verbindung von handwerklicher Betätigung, Textgestaltung und Sprache solle der vorhandene Wortschatz in Deutsch erweitert und auch die Rechtschreibung verbessert werden, so Müller.
Während Sechstklässlerin Emely viel Spaß am richtigen Buchstabieren und Setzen hatte, fand Lara besonders am Zeichnen und Schreiben ihrer Geschichte vom einsamen Vogel Freude. Lernwerkstattbetreiber Bertram Schmitt war überzeugt, dass der Umgang mit den beweglichen Lettern beim Textsatz und Druck es erlaube, die Sprache für die Kinder im wahrsten Sinn des Wortes begreifbar zu machen.: „Der einzelne Buchstabe ist plötzlich wieder wer.“
Er achtete beim spiegelverkehrten Setzen der Lettern und seitenverkehrten Aufbau der Zeilen auf Fehler oder erklärte, worauf es beim Drucken mit mehreren Farben von Gelb über Rot nach Blau zu achten galt.
Neben dieser Praxis kam mit dem Erlernen der Fachsprache rund ums Drucken, durch die Benennung der Materialien, Werkzeuge und Arbeitsvorgänge aber auch die Theorie nicht zu kurz.
Für Kita-Leiterin Margit Frey war das eine „tolle Verbindung von Spaß, Ferienprogramm und Sprachförderung“. Sie konnte die ersten Druckversuche der Einladungskarten für das große Treff 93-Fest am 18. Mai rund um das Thema „Glück“ in Augenschein nehmen, wo die Ergebnisse des Gutenberg-Projekts im Rahmen einer großen Ausstellung präsentiert werden sollen.

Bericht: Wormser Zeitung, 28.02.19

PestalozzischülerInnen drucken ein Buch

Von Pauline Deichelmann

Grundschüler zeigen Druckkunst im Wormser Alisa-Zentrum

Wie einst der gute Gutenberg, so haben Schüler der Wormser Pestalozzi-Grundschule sich an der Kunst des Druckens versucht. Das Ergebnis ist farbenfroh und eindrucksvoll.

Eröffnung Ausstellung 2019-02.19

Die Kinder zeigen stolz ihre farbenfrohen Werke, zu denen sie kleine Geschichten verfasst haben. Foto: Wormser Zeitung BilderKartell/Ben Pakalski

WORMS – Druck ist Kraft pro Fläche. Diese physikalische Regel lernen die Kinder der Pestalozzi-Schule im Wormser Norden schon früh, denn sie haben in einer Nachmittags-AG großartige Bilder mithilfe der Drucktechnik hergestellt. Unter dem Motto „Das sind wir“ konnten die zahlreichen Besucher am Dienstag bei der großen Eröffnung der Ausstellung im Alisa-Zentrum die kleinen Kunstwerke bestaunen.

Nach je einer kurzen einleitenden Rede des Leiters des Alisa-Zentrums, Bartosch Mielcarek, und von Caroline Strauss, Leiterin der Pestalozzi-Grundschule, eröffneten die Kinder selbst ihre Ausstellung. Stolz präsentierten sie ihre Bilder und erklärten freudig den Besuchern, wie die Darstellungen entstanden sind und was deren Bedeutungen sind.

AUSSTELLUNG

Wer Lust bekommen hat, die Ausstellung zu besuchen, kann noch bis zum 8. März die Drucke bestaunen.

Jedes der Kinder hat auch einen eigenen individuellen Text zu seinem Kunstwerk geschrieben. Dieser Text erklärt das Bild und erzählt eine kleine Geschichte dazu. „Alle Ideen für die Bilder und für die Texte kommen von den Kindern selbst“, berichtet Bertram Schmitt. Er hat mehr als ein halbes Jahr lang mit den Kindern an der Ausstellung gearbeitet. In seiner eigenen Druckwerkstatt „Der kleine Gutenberg“ konnten sich die Kinder künstlerisch austoben und das Drucken erlernen. „Das Drucken fördert die Konzentration und öffnet neue Perspektiven für die Kinder“, erläuterte Schmitt.

Die Dritt- und Viertklässler erhielten anschließend ein Buch mit all ihren Bildern und Texten überreicht. Darin zu sehen ist auch das Bild eines Kindes, das die eigene Schule zeigt. Bunt und mit vielen Fenstern ist sie dargestellt. Und dies war eine Gemeinsamkeit der Bilder: Sie alle sind sehr farbenfroh und zeigen individuelle Motive.

Bartosch Mielcarek zeigte sich sichtlich dankbar, dass die Ausstellung in diesem Rahmen stattfinden konnte. Dabei konnte er auf die Unterstützung der Stiftung „Demokratie leben!“ des Familienministeriums, auf Bertram Schmitt, den Workshopleiter und Inhaber der Druckerei „Der kleine Gutenberg“ sowie Schulleiterin Caroline Strauss setzen. „Ohne die Unerstützung unserer Förderer hätten wir die AG und die Ausstellung den Kindern nicht anbieten können“, sagt Mielcarek.

Bericht, Wormser Zeitung 20.02.19

Plakat der Eröffnung der Buchausstellung „Das bin ich“ 2019-02.19 E. Beck Alisa

Kleiner Druckworkshop beim Westofener Künstlermarkt

Am 28.07. und 29.07.18 fand in Westhofen der diesjährige Künstlermarkt statt. Anika Obenland vom „Büro Obenland“ Konzept & Gestaltung, hatte mich gefragt, ob ich Lust hätte mit ihr einen Mitmachstand anzubieten. Vielleicht würde das mein junges aufstrebendes Unternehmen voran bringen, so ihr Gedanke.
Obwohl solche Aktivitäten für mich Neuland sind, war meine Reaktion: „Warum nicht, ein Versuch ist es wert.“

So transportierte ich alles, was eine mobile Linoldruckwerkstatt braucht, gegen Samstagmittag in den Park bei der Ruine der Liebfrauenkirche nach Westhofen. Heiß war es schon, wie immer dieser Tage. Anika kam dazu. Und nach einer Stunde hatten wir unseren gemeinsamen Stand aufgebaut.

KMW 11

Wir boten je vier Linolschnitte aus meiner Werkstatt und vier Motive, die Anika kurzfristig gezaubert hatte, zum Drucken an. Unser Angebot stieß auf Interesse. Ein Highlight: die Westhofener Traubenblütenkönigin Elena I ließ sich an unserem Stand fotografieren. Wie wir später hörten, war der Publikumszuspruch abends und sonntags noch besser. Aber was solls? Wir hatten einen schönen Nachmittag zusammen verbracht.

 

 

 

PaternusschülerInnen gestalten Bücher in einer Projekt-AG

Die Paternus Grundschule in Worms-Pfeddersheim hatte letzte Woche von Dienstag an Projekttage. Frau Lehmann, hatte, da ihr Sohn in der 4. Klasse ist, für SchülerInnen des 3. und 4. Schuljahres eine AG zum Thema „Bücher gestalten“ angeboten. Die SchülerInnen lernten in der Schule Bücher selbst zu binden.
Am Donnerstag, den 24.05.2018 kamen dann fünfzehn AG Kinder in den „kleinen Gutenberg“
Nach einem kurzen Gespräch über Johannes Gutenberg und seine Erfindung, den Buchdruck mit beweglichen Metalllettern, legten die Dritt- und Viertklässler in drei gleichgroßen Gruppen los.
Eine Gruppe fertigte Motive, indem sie Pappe in mehreren Schichten aufeinander klebten. Das entstandene Profil konnten sie nutzen, um mit drei Linolwalzen die drei Grundfarben gelb, rot und blau auf ein über das Motiv gelegtes Papier aufzutragen. So gestalteten sie farbenfrohe „Frottagen“.
Die zweite Gruppe setzte witzige oder kluge Sprüche mit Metalllettern im  Winkelhaken und montierte sie in einem Setzschiff mit einem passenden Linoldruckstock aus dem Fundus des kleinen Gutenberg. Unter der Korrekturpresse entstanden so selbstgedruckte farbige Blätter mit Bild und Text.
Gruppe Nummer drei suchte sich verschiedene fertige Linoldruckstöcke aus dem Vorrat der Lernwerkstatt. Damit wurden etliche Karten mit ebenfalls farblich gestalteten Linolschnitten gedruckt.
Nach einer Schulstunde wurde gewechselt und die Gruppe begab sich an die nächste Arbeitsstation, so dass am Ende alle alles gemacht hatten.

BUT: RSG SchülerInnen zum dritten Mal zu Gast

Am Rudi-Stephan-Gymnasium finden alljährlich im Mai die „Besonderen-Unterrichts-Tage“ (BUT) statt. Dabei lernen die SchülerInnen im Laufe des Morgens in verschiedenen Projekten. GanztagsschülerInnen brauchen natürlich auch für nachmittags ein Angebot.

Deshalb kamen an vier Nachmittagen, vom 14.05.- 17.05.2018, wie schon in den beiden letzten Jahren, SchülerInnen des Ganztagsbereichs des Rudi zum Druckworkshop in den kleinen Gutenberg. Nachdem sie morgens an einem innerschulischen Projekt teilgenommen hatten, wanderten jeweils 12 Fünf- bzw. SechstklässlerInnen vom RSG in die Zornstraße.

In der Drucklernwerkstatt fertigten sie Bildentwürfe, pausten diese auf Linolplatten und hoben ihre Linoldruckstöcke aus. Passende kurze Texte und witzige Sprüche wurden dann in Winkelhaken gesetzt, ins Setzschiff übertragen und mit den Bildern zusammen gedruckt.

Zwei der letztjährig als 5er beteiligten Schüler hatten sich auch dieses Jahr wieder gemeldet: „Weil es ihnen gut gefallen hatte.“ Es ist nicht auszuschließen, dass auch Fünfer von diesem Jahr wieder kommen, denn sie fanden es ebenfalls cool.

Die entstandenen Linoldruckstöcke werden übrigens gut aufgehoben. Am 16. und 17.11.2018 werden am RSG die „Tage der offenen Tür“ stattfinden. Dann sollen die jungen Besucherinnen und Besucher, die sich für das Rudi interessieren, die Möglichkeit haben mit den Druckwerkzeugen des „kleinen Gutenberg“ selber Drucke herzustellen.

„Vorschulspatzen“ drucken für ihr Buch

Am Donnerstag, den 09.März, besuchten 5 Vorschulkinder der KiTa „Spatzennest“ der evangelischen Gemeinde Herrnsheim die Drucklernwerkstatt. Begleitet wurden sie von der KiTa-Leiterin Frau Dudda. Fotos davon gibt es weiter unten.
In folgendem Bericht von Ulrike Schäfer in der Wormser Zeitung werden die Aktivitäten der Kinder beschrieben:

„Der Kleine Gutenberg“: Bertram Schmitt vermittelt nicht nur Kindern das Drucken in seiner Werkstatt in Worms

KiTa Vorschulkinder drucken

Von Ulrike Schäfer

WORMS – Alexander, Konrad, Merle, Lia und Andera kommen mit großen Erwartungen in die Drucklernwerkstatt „Der kleine Gutenberg“ von Bertram Schmitt. Zum Abschluss ihrer Zeit im Evangelischen Kindergarten Spatzennest wollen sie nämlich ein Buch drucken, und zwar jeder sein eigenes. Natürlich können sie nicht all ihre Geschichten im traditionellen Hochdruckverfahren herstellen, das würde viel zu lang dauern, aber sie können ihren Namen in dekorativen Lettern drucken und hübsche Bilder einfügen.

Kindergeburtstage in der Werkstatt

Bertram Schmitt hat die kleine Druckerei in seiner Zeit als Lehrer und später auch Leiter der Nibelungenschule in Lampertheim-Hofheim quasi geerbt. „Mit dem Einzug der neuen Technologien haben viele Unternehmen ihre hauseigenen Druckereien aufgegeben“, erzählt er. Eine Bank in Berlin bot ihm ihre für den Unterricht an und er griff zu. „Der Transport war eine größere Sache“, erinnert sich Schmitt. Doch er lohnte sich. Mit seinen Schülern führte der engagierte Pädagoge zahlreiche Projekte durch. Die Ergebnisse kann man jetzt noch in seiner Wormser Drucklernwerkstatt bewundern. Als Schmitt nämlich 2015 in den Ruhestand ging und keiner seiner Nachfolger Bedarf anmeldete, mietete er die Räume im Parterre der Zornstraße 17 und deponierte dort in zwei schönen hellen Räumen Pressen, Farbroller und unzählige Kästen mit Lettern in allen Größen. Seither bietet er Handsatz, Text- und Kunstdruck für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an.

Es gibt mittwochmittags einen offenen Druckworkshop, zusätzlich melden sich aber auch Gruppen an. Er hat schon halbtägige Workshops mit Klassen der Staudingerschule, der IGS Nelly Sachs und des Rudi-Stephan-Gymnasiums durchgeführt, brachte Konfirmandengruppen den Hochdruck und seine Bedeutung für die Ausbreitung der Reformation näher und ließ Hort- und Kindergartenkinder mit dem urigen Material experimentieren. Beliebt sind auch Kindergeburtstage beim „Kleinen Gutenberg“, zumal es einen hübschen Extra-Raum zum Feiern gibt.

Als Erstes dürfen Alexander, Konrad, Merle, Lia und Andera mit großen Lettern selbst ihren Namen setzen. Bertram Schmitt und Kita-Leiterin Cornelia Dudda helfen ihnen dabei. Danach ist Arbeitsteilung angesagt. Drei Kinder fertigen Frottagen an. Auf vorbereitete, erhabene, das heißt aufgeklebte Motive, legen Konrad, Andera und Alexander weißes Papier und rollen mit dem Farbroller kräftig hin und her, sodass rasch ein toller Abdruck entsteht. Im Nachbarraum haben sich Lia und Merle aus dem großen Sortiment der Linolschnitte, die Schmitt in all den Jahren gesammelt hat, ein schönes Motiv ausgewählt, bestreichen es mit Farbe und passen einen weißen Papierbogen in das Setzschiff ein. Das Bewegen der Presse erfordert ganz schön viel Kraft, doch die Kinder betreiben es mit wachsender Begeisterung, immer wieder neu vom Ergebnis fasziniert.

Cornelia Dudda hatte den Flyer mit Informationen über die Lernwerkstatt „Der kleine Gutenberg“ in einem Café entdeckt und war von dem Angebot begeistert. Bertram Schmitt hat sogar versprochen, in einem weiteren Workshop die Blätter mit Kunstdrucken, Fotos und Texten zu richtigen Büchern zu binden. Seine Preise sind immerhin erschwinglich.

Für Schmitt stellt sich allerdings die Frage, wie lange er das Projekt noch betreiben kann. Er habe in der Vergangenheit die gesamte Arbeit und alle Kosten selbst übernommen und doppelt so hohe Ausgaben wie Einnahmen gehabt. Doch nur ungern würde er die Druckwerkstatt auflösen, denn er findet, dass gerade der praktische handwerkliche Umgang und das gestalterische Tun in der Druckwerkstatt ein wichtiges Gegengewicht zur virtuellen Welt der digitalen Medien sind. Er trägt sich deshalb mit dem Gedanken, sich nach Partnern, wie städtischen Museen, Schulen, Kitas, kirchlichen und sozialen Einrichtungen umzusehen in der Hoffnung, dass einige von ihnen zur dauerhaften Kooperation bereit sind.

Artikel: Wormser Zeitung online vom 13.03.2018

Astrid-Lindgren-Schule Bobstadt * Klasse 3 berichtet

Die Kinder der ALS in Bürstadt-Bobstadt waren am 08.11.2017 im DkG zu Gast. Sie haben Berichte über ihren Besuch geschrieben. Diese werden folgend wiedergegeben:

Wir haben in der Schule Sätze ausgesucht und sie dann in der Druckwerkstatt gedruckt. Wir haben mit einem Partner gedruckt. Wir konnten drei Farben wählen. Als die anderen Kinder von der Rallye gekommen sind, konnten wir unsere Spiele, die wir mitgebracht haben, spielen. Ich habe die Metallbuchstaben in einen Winkelhaken gesetzt und dann alles in das Setzschiff übertragen. Mein Satz war: „Wir essen Schokolade nur an Tagen mit „g‘“ und mittwochs.“
Alexander

Wir mussten Buchstaben in den Winkelhaken setzen und zwar falsch herum. Das hat Spaß gemacht. Das Bild mussten wir auch noch aussuchen und rein legen. Dann mussten wir noch anmalen mit der Handwalze. Davor mussten wir die Handwalze über die Farbe rollen. Es war schön in der Druckwerkstatt.
Anne

Ich fand die Bilder schön. Ich fand die Farben schön. Ich fand die Buchstaben schön.
Ich fand die Rolle cool. Ich fand die Werkstatt toll. Die Metallbuchstaben wurden mit der Rolle farbig gemacht. Dann konnten sie gedruckt werden. Ich durfte den Satz mit der Schokolade drucken.
Benjamin

Mir hat am meisten gefallen, dass wir Bilder gedruckt haben. Als nächstes fand ich die Fahrt gut. Es hat mir auch gefallen, als wir die Buchstaben und Bilder aus den Kästen herausgeholt und danach auf Blätter gedruckt haben. Ich hoffe, dass wir noch auf so einen Ausflug fahren.
Charlotte

In der Druckwerkstatt hat es mir sehr gut gefallen. Besonders toll fand ich, dass wir Lettern (Buchstaben) setzen durften. Das war auch ein bisschen schwierig, weil man aufpassen musste, da die Lettern spiegelverkehrt sind. Herr Schmitt war sehr nett und hat alles gut erklärt. Es war schade, dass wir nur eine Sache drucken konnten.
Mir hat die Zugfahrt und die Stadtrallye auch viel Spaß gemacht. Alles war sehr toll.
Emil

Die ganze Klasse ist mit dem Zug nach Worms gefahren. Dann sind wir in die Druckwerkstatt gegangen. Die Druckwerkstatt heißt: „Der kleine Gutenberg“.
Dort haben wir Buchstaben in ein Setzschiff gesetzt. Danach haben wir die Farbrolle benutzt. Mit der Farbrolle haben wir die Sprüche angemalt (eingefärbt d. R.). Endlich konnten wir drucken.
Emma

Mir hat es in der Druckwerkstatt gut gefallen, weil wir Buchstaben gesetzt haben. Wir durften Bild und Buchstaben mit der Handwalze einfärben. Ich fand auch gut, dass wir Stempel machen durften. Herr Schmitt hat uns alles genau erklärt. Wir mussten die Buchstaben spiegelverkehrt setzen. Zuerst haben wir sie in den Winkelhaken gesetzt und dann in das Setzschiff eingebaut. Wir konnten die Bilder und Buchstaben bunt drucken.
Franziska

Wir sind hingefahren und haben uns abzählen lassen. Ein paar Kinder haben Stadtrallye gemacht. Die anderen Kinder haben die Buchstaben in das Setzschiff gesetzt. Dann mussten die Kinder ein bisschen warten. In der Zeit haben die Kinder gegessen. Die Kinder von der Stadtrallye sind wieder in die Druckwerkstatt gekommen. Die Kinder haben auch gesetzt und das Linolbild gefärbt. Dann haben die Kinder die große Rolle über das Papier gezogen und der Druck war fertig.
Jochen

Wir haben Buchstaben gesetzt. Dann haben wir Farbe mit der Handwalze aufgetragen und danach gedruckt. Dann konnte man die Schrift lesen und das Bild mit Farbe sehen. Danach haben wir gespielt und gemalt. Wir hatten alle sehr viel Spaß. Danke, Herr Schmitt und Frau Baumann.
Lara

Wir haben gedruckt mit Metallbuchstaben. Es gab drei Farben: rot, gelb und blau. Die Farben hat man aufgesaugt. Dafür hat man eine Rolle benutzt. Wir haben die Buchstaben aus einem Setzkasten in ein Setzschiff gesetzt. Als wir fertig waren, haben wir gespielt. Mein Spruch war: „Genieße dein Leben. Du lebst nur einmal!“
Lars

Wir sind in der Druckwerkstatt angekommen. Zuerst hat uns Herr Schmitt alles erklärt. In Winkelhaken und Setzschiff haben wir unseren Spruch mit Metallbuchstaben gesetzt. Marias und mein Spruch: „ Lass mich, ich kann das – oh, kaputt!“
Mit einer Handwalze bin ich über die Farbe gegangen. Danach habe ich mit der farbigen Handwalze über unseren Spruch und das Bild gerollt. Wir haben ein weißes Papier über unsere Buchstaben gelegt. Dann habe ich die Druckwalze über das Papier gezogen. Danach waren Bild und Spruch auf das Papier gedruckt.
Laureen

Wir waren in der Druckwerkstatt. Und da waren viele Stempel aus Metall und mit diesen Stempeln haben wir gedruckt.
Und da war so eine Maschine. Darauf war ein Bild. Darauf habe ich mit drei Grundfarben drauf gemalt. Und dann habe ich da drauf ein Blatt gegeben. Und dann habe ich mit einer Rolle über das Blatt gerollt. Und wenn es gerollt war, dann habe ich das Blatt zum Trocknen gegeben und wenn es getrocknet war, dann war es ein Druck.
Maria

In der Druckwerkstatt haben wir mit Metallbuchstaben witzige Sätze gemacht. Wir durften auch eine Stadtrallye machen und mit Spielen spielen.
Ich habe eine Farbwalze über die Bleibuchstabern gerollt. Dann haben wir eine Blatt auf den Setzkasten (Druckstock d.R.) gelegt. Ich habe den Satz gedruckt: „Wir essen Schokolade nur an Tagen, die mit „g“ enden und mittwochs.“
Alexander und ich haben diesen Satz genommen. Wir haben noch eine Krone dazu gesetzt. Es hat mir alles Spaß gemacht.
Marlon

In einer Druckwerkstatt in Worms hatten ich und unsere Klasse viel Spaß. Wir haben Metallbuchstaben in einen Winkelhaken gesetzt. Dann kamen die Buchstaben in ein Setzschiff. Oben im Setzschiff war ein Bild. Dann wurde das fertige Setzschiff in die Druckwalze gelegt. Und dann haben wir alles eingefärbt mit einer Handwalze in den Farben Blau, Rot und Gelb. Danach kam das Papier drauf. Dann wurde die Druckwalze gezogen und geschoben und das Papier herunter genommen. Und fertig war das Meisterwerk!!!
Raven

Wir haben Steinchen aus Metall gesetzt. Auf den Steinchen waren kleine spiegelverkehrte Buchstaben zu sehen. Dann, als wir fertig gesetzt hatten, haben wir sie zu einem passenden Bild gelegt. Danach wurde Farbe drauf gerollt mit einer Rolle. Da kam ein Blatt drauf. Danach kam es unter die Druckwalze und wurde fest gedrückt und die Farbe wurde dabei auf das Blatt gedruckt. Dann war das Gedruckte fertig.
Tom